European Centre for Past-Life Sciences

Fallstudien

Existenzangst - Sterben - Tod - Unsterblichkeit

"Königin Nafer"

Analytikerin: BB; Klientin: Laura. BB. Die frühere Existenz, in der sich die heutige junge Laura, mit ihrer vorgefassten Einstellung zum Thema Unsterblichkeit, konfrontiert fand, führte sie zurück zu den turbulenten Zeiten der Glaubensreformation im Alten Ägypten. Sie erzählt:

„Ich bin weiss gekleidet, trage einen schweren Kopfschmuck. Mein Mann ist auch in Weiss gekleidet und trägt einen Goldreif um den Bauch herum. Er ist ein wichtiger Mann. Ich bin von ihm fasziniert, obwohl ich seinen Glaubensvorstellungen nicht folgen kann.

Er glaubt, dass es nur einen Gott gibt, und ich glaube, dass es ein göttliches Bewusstsein gibt.

Ich habe deshalb Schwierigkeiten mit ihm, aber ich wage nicht, ihm zu widersprechen. Ich möchte ihn unterstützen, weil er so ehrlich in seinem Glauben ist. Er betet die Sonne an, und ich leide unter der Sonne, weil sie so heiss ist. Ich habe das Gefühl, als würde ich ein Schattendasein führen. Ich bin das Gegenteil von ihm, das Gegenstück. Wenn er im Licht steht, muss ich im Schatten stehen.“

Jahre später ist Nafers Ehemann krank. Er kann nicht mehr regieren: „Ich habe Angst, selbst zu regieren, mir Feinde zu machen. Ich sehe die Feinde, die mein Mann nicht erkannt hat. Ich kenne Sie, und ich habe Angst vor ihnen. Ich habe Angst um mein Leben. Ich habe das Gefühl, es sind zu viele, welche die Macht übernehmen wollen.“

Nafer ist jetzt 35 Jahre alt: „Es ist ein Tag vor meinem Tod. Ich bin im Schatten. Ich habe das Gefühl, eingesperrt zu sein. Ich bin froh, eingesperrt zu sein, dann muss ich mich nicht zeigen.

Ich will eigentlich gar nicht mehr leben; mein Mann lebt auch nicht mehr, und Freunde, die denselben Glauben wie ich haben, habe ich keine. Ich bin in einem Glaubenschaos aufgewachsen und konnte nicht viel von all den Glaubensrichtungen annehmen, weil ich das Meiste nicht verstand. Ich bringe alles durcheinander.

Ich bin eingesperrt, ich bin im Schatten. Ich bitte jemanden, mir zu helfen, damit ich sterben kann. Ich bitte um einen Gifttrank, und ein guter Freund bringt ihn mir. Ich trinke es und falle ins Koma.

Ja, ich bin im Koma, aber die Leute meinen, ich sei tot... aber ich bin nicht ganz tot... Das Gift war eine Art Säure... eine Säure, die alles verbrennen sollte... innerlich alle Organe verbrennen, aber ich fühle nichts... ich fühle nur, dass ich nicht ganz tot bin...

Das Herz schlägt nicht mehr, aber ich kann den Körper nicht richtig verlassen... Ich erlebe jetzt alles mit, was mit mir passiert...

Ich werde ausgezogen und gewaschen. Jetzt sind alle da. Ich werde in ein Bad hineingelegt. Ich bleibe eine gewisse Zeit in diesem Bad, und dann, irgendwann, werde ich einbandagiert. Ich kann nicht gehen, ich weiss nicht warum... ich habe mir gesagt, ich will lieber hier tot sein, als lebendig da sein... aber ich kann trotzdem nicht weiter gehen, weil ich das Gefühl habe, das Leben sei nicht beendet. Obwohl in dem Augenblick, als ich den Becher ausgetrunken habe, das Herz wie verrückt geschlagen hat und ich innerlich verbrannt bin...

Da bin ich gestorben!

Man darf aber nicht wissen, dass ich gestorben bin.

Ich lebe trotzdem, aber im Koma. Es war ein kurzer Tod, und dann war ich wieder da. Ich habe mich mit all dem Willen, den ich noch hatte, im Körper zurückgehalten.

Ja, ich bin tot, aber ich bin nicht wirklich gestorben... also... ich muss gestehen, dass ich eigentlich gar nicht weiss, was das ist, Sterben... Ich kann das nicht unterscheiden... ich habe immer geglaubt, dass ich unsterblich bin. Man hat mich einbalsamiert, ich kann meine Schönheit nicht verlassen. Ich bin sehr schön gewesen. Ich hatte wohl ein furchtbares Leben, aber ich war sehr schön...

Man hat „alles“ (zählt alle Körperorgane auf) aus mir herausgenommen, man hat mich dann gesalbt und einbandagiert... man hat immer gesagt, man müsse mich „erhalten“. Das Erhalten musste sein. Ich habe gedacht, dass wenn man mich „erhält“, ich dann auch „weitergehen“ kann. Es ist sonderbar, ich habe an die Weiterfahrt, an die Reise, von der mein Mann immer gesprochen hat, wortwörtlich geglaubt...

Man hat mich für die Reise vorbereitet, aber dann hat man sich nicht mehr um mich gekümmert. Ich bin allein gewesen... ich bin Hunderte von Jahren allein gewesen... Die Leute, die mich einbalsamiert und die, die mich begraben haben, wurden nachher alle umgebracht, damit sie nicht verraten konnten, wo ich bin... und dann, Jahrhunderte später, hat man mich in die andere, in meine Grabstätte gebracht.“

Nafer hatte sich ein Leben lang mit dem Tod befasst. Sie hat ihren Mann als Sonnengott gesehen und sich selbst als „Schattengewächs“ gefühlt. Dadurch, dass sie sich so viel mit dem Tod befasst hatte, glaubte sie fest daran, sie brauche selbst nicht mehr zu sterben und könne ewig weiterleben.
Sie hatte die Vision einer Königin, die im Schutz vor der machtgierigen Priesterschaft ihr Volk aus dem Grab regiert. Nafer hatte feste Ansichten über die Unsterblichkeit.

Die feste Überzeugung, man könne sich durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Tode die Erfahrung vom Sterben und Loslassen ersparen, lebte bis in der heutigen Existenz in Laura weiter.

Lauras Fazit:

„Jetzt begreife ich, dass ich wohl Königin sein wollte, aber lieber eine tote Königin und nicht eine, die lebt. Ich sah dabei keinen grossen Unterschied. Deshalb konnte ich auch nicht weggehen. Ich war immer der Überzeugung, tot zu sein sei besser, da könne mir nichts mehr passieren, ich sei aber trotzdem da. Einbalsamieren war für mich das „Erhalten“ von dem, was ich war, und deshalb konnte ich nicht gehen... als Mumie bin ich gut „erhalten“ geblieben.“

Lauras Konflikt mit einem vermeidbaren Tod löste sich auf, als sie Nafers Missverständnisse und Desorientierung begriff.

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