European Centre for Past-Life Sciences

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Unorthodoxe Indiziensuche - „Königin Nafer“ und die Unsterblichkeit

von Barbara Bachmann

Artikel erschienen in „Wendezeit" - Ausgabe Februar 2003 - Nr. 1/03

Während die Forscher weiter die Suche nach den Grabstätten der grossen Königinnen der XVIII Dynastie fortsetzen, zeichnet sich langsam ein Verdacht ab: Ist das Fehlen einiger dieser Grabstätten eine Vergeltungsmassnahme seitens der Priesterschaft gegen der, während der Glaubenswirren um die Sonnenreligion, von den regierenden Frauen erreichten Gleichstellung gewesen?

Gegenwärtig graben gegen fünfzig internationale archäologische Expeditionen in der Umgebung von Theben auf der Suche nach den Gräbern der königlichen Frauen, die das Schicksal Ägyptens während der XVIII Dynastie bestimmten. Diese Dynastie wird heute als ausgesprochen esoterisch und als Wiege des abendländischen Okkultismus betrachtet.
Echnaton, an seiner Seite Königin Nofretete, gründeten die wahrscheinlich erste monotheistische Staatsreligion der Welt. Der Reichsgott Amun und seine zahlreiche und mächtige Priesterschaft, sowie jeder andere Gott, hatten nun jeden Einfluss verloren. Im allgemeinen ist man der Ansicht, dass Nofretetes Einfluss auf diese Entscheidungen gross war.
Der visionäre König wurde, unter der Führung der Amun-Priesterschaft um 1350 v.Chr. gestürzt. Seine Spur, so wie früher die der Nofretete, verlieren sich plötzlich im Sand.

Geschichtliche Spekulation

Die frühere Existenz, in der sich heute L.B. mit ihrer vorgefassten Einstellung zum Thema Unsterblichkeit wiederfand, führte sie zurück zur turbulenten Zeit der Glaubensreformation im Alten Ägypten. Sichere Hinweise auf die Thematik, die heute die Ägyptologen so sehr beschäftigt, waren in der Existenz von „Königin Nafer" nicht zu finden.
Oder doch? In einigen Situationen und Aussagen sind spekulativ gewisse Übereinstimmungen zu finden. Sie akkurat aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, deshalb werden in diesem Beitrag nur wenige davon erwähnt.

Königen Nafer lebte in einer eigenen, eher fremden Welt. Die Geheimhaltung ihres Freitodes diente wohl den Gegnern ihres Mannes um, angeblich unter ihrer Herrschaft, wieder die alten Zustände herbeizuführen und wieder an die Macht zu gelangen. Eine „schweigende Königin", die nach dem Tod des Königs, sich angeblich von die von ihm eingeführten Glaubensprinzipien abwendet, durfte der Priesterschaft von grossem Nutzen gewesen sein.
War Königin Nafer eine der jüngeren Töchtern Echnatons und Nofretete, die später Nebenfrau ihres Vaters wurde?

Früher Bau ihrer späteren Grabstätte

„Ich bin auf einem Wüstengebirge... in der Nähe ist ein Fluss oder das Meer... ich weiss nicht. Ich bin noch ein Mädchen, etwa 12... Ich fühle mich etwas einsam.
Ich bin versprochen, irgendwie versprochen und deshalb darf man sich nicht mit mir unterhalten... ich weiss nicht warum...
Ich bin unterwegs, neugierig, ich suche... suche Schatten. Ich habe es bei einem Berg gefunden. Dort habe ich auch eine Grabstätte entdeckt. Ich werde eines Tages da begraben werden. Ich bin in die Höhle hineingegangen, es hat einen Geheimgang, ich bin hinunter und habe gesehen, dass dort ein Grab vorbereitet wird.
Es wird alles ausgehöhlt, verschiedene Räume... ich weiss nicht für was die sind, aber... ich bin hineingegangen... es hat mich bedrückt... ich bekommen Angst vor der Enge, Angst begraben zu werden."
(Die Vorbereitung einer Grabstätte noch im Kindesalter, deutet auf königlichem Blut hin.)

Der Sonnengott

Acht Jahre später: „Ich bin weiss angekleidet, trage einen schweren Kopfschmuck, der vorne zu und hoch wie ein Schild und hinten offen ist. Ich bin bereits verheiratet. Mein Mann ist auch in weiss gekleidet und trägt einen Goldreifen um den Bauch herum. Er ist ein wichtiger Mann. Ich bin von ihm fasziniert, obwohl ich seinen Glaubensvorstellungen nicht folgen kann.
Er glaubt, dass es nur einen Gott gibt und ich glaube dass es ein göttliches Bewusstsein gibt.
Ich habe deshalb Schwierigkeiten mit ihm aber ich wage nicht ihn zu widersprechen. Ich möchte ihn unterstützen, weil er so ehrlich in seinem Glauben ist. Er betet die Sonne an und ich leide unter der Sonne, weil sie so heiss ist. Ich habe so das Gefühle als führe ich ein Schattendasein. Ich bin das Gegenteil von ihm, das Gegenstück. Wenn er im Licht steht, muss ich im Schatten stehen. In diesem Sonnenstaat kann ich nicht an der Sonne stehen.
Wenn er im Glanz steht, kann ich nicht im Glanz stehen... Ich bin jetzt zwanzig Jahre alt."
(Beim Betreten der Überreste des Tempelpalastes bei El Amarna blickt man direkt auf die Reste eines Portals, durch welches zu gewissen Stunden die Sonne schien. Wenn der Pharao davor stand, so musste er in gleissendes Licht getaucht sein und dem Betrachter als strahlender Sonnengott erscheinen: „Wenn er im Glanz steht, kann ich nicht im Glanz stehen.")

Angst vor der Macht der Priesterschaft

Jahre sind vergangen: „Nun sind wir in einem Notstand. Mein Mann ist krank. Er kann nicht mehr regieren. Ich habe Angst selbst die Regierung zu übernehmen. Ich habe Angst davor, mir Feinde zu machen. Ich sehe die Feinde, die mein Mann nicht erkannt hat. Ich kenne Sie... und ich habe Angst vor ihnen. Ich habe Angst um mein Leben. Ich habe das Gefühl es sind zu viele, welche die Macht übernehmen wollen.
Ich habe kein Kind, der die Macht übernehmen könnte. Ich habe zwei Fehlgeburten gehabt, aber ich glaube mein Mann hat bereits Kinder mit einer anderen Frau gezeugt, sie lebt aber irgendwo anders.
Mein Mann will, dass ich seine Nachfolge übernehme, aber ich habe Angst, dass ich das was er verkündet hat nicht so wie er vertreten kann da ich nicht ganz davon überzeugt bin. Das kann nur er weitergeben... ich habe einen anderen Glauben, andere Götter. Am liebsten möchte ich flüchten. Ich fühle mich dem Amt nicht gewachsen...

Mein Mann ist indessen nicht mehr zurechnungsfähig. Ich glaube er hat das Gedächnis verloren. Ich kann mit ihm nicht mehr sprechen... und die Leute, die um ihn waren sagen, dass ich die Regierungsmacht habe, ich sei die Königin... aber sie bestimmen. Ich habe nichts zu sagen. Ich will auch nichts zu sagen haben...
Sie nennen mich Nafer ... es ist aber nicht mein Name."

Frau und Tochter zugleich

Nafer ist indessen 35 Jahre alt: „Es ist ein Tag vor meinem Tod. Ich bin im Schatten. Ich habe das Gefühl eingesperrt zu sein. Ich bin froh eingesperrt zu sein, dann muss ich mich nicht zeigen.
Ich will eigentlich gar nicht mehr leben, mein Mann lebt auch nicht mehr und Freunde, die denselben Glauben wie ich haben, habe ich keine. Ich bin in einem Glaubenschaos aufgewachsen und konnte nicht von allen anderen Glaubensrichtungen annehmen, weil ich das Meiste nicht verstand. Ich habe meinen eigenen Glauben gesucht.
Es ist ein Gott, aber mit einem Bewusstsein, der in mir als viele Götter erscheint.
Ich bin eingesperrt, ich bin im Schatten. Ich bitte jemand mir zu helfen damit ich sterben kann. Ich bitte um einen Gifttrank.
Ein ganz guter Freund von meinem Mann hilft mir. Er ist in Ordnung, aber er sagt mir etwas, was mich sehr schockiert. Er sagt, dass mein Mann gleichzeitig mein Vater war... dass er es aber nicht wusste."
(Die Isolierung in der Kindheit, die bereits damals gebaute Grabstätte und die Feststellung „ich bin in einem Glaubenschaos aufgewachsen" könnten auf eine der jüngsten Töchter Echnatons hindeuten.)

„...ich fühle nur, dass ich nicht ganz tot bin..."

- Bekommen Sie das Gift von diesem Freund?
- Ja. Ich trinke es und falle in Komma.
- Sie nehmen also das Gift, aber das Gift tötet Sie nicht?
- Nein... ich glaube nicht ganz...
- Sind Sie jetzt im Komma gefallen?
- Ja, ich bin im Komma aber die Leute meinen ich sei tot... aber ich bin nicht ganz tot...
- Lassen Sie sich nun auf einer tieferen Ebene gleiten, in der das Gift keine Wirkung mehr zeigt... Was haben Sie für ein Gift bekommen?
- Es ist eine Art Säure... eine Säure, die alles verbrennen sollte... innerlich alle Organe verbrennen...
- Ist es schmerzhaft?
- Ich fühle nichts... ich fühle nur, dass ich nicht ganz tot bin...
- Fragen Sie ihrem Höheren Selbst ob Ihr Herz noch schlägt.
- Hmm... nein... das HS sagt es schlägt nicht mehr... aber ich kann den Körper nicht richtig verlassen... Ich erlebe jetzt alles mit, was mit mir passiert...
- Und was passiert mit Ihnen?
- Ich werde ausgezogen und gewaschen... jetzt sind alle da... und jetzt werde ich in so einem Bad hineingelegt. Ich bleibe eine gewisse Zeit in diesem Bad und dann irgendwann werde ich einbandagiert...
Ich werde nachher in dem Kerker wo ich gefangen war, begraben. Nicht in der Grabstätte, die ich mit zwölf Jahren gesehen hatte... In dieser werde ich viel später begraben. Erst nach vielen, vielen Jahren werde ich in diesem anderen Grab hineingelegt.
Der Kerker in dem ich jetzt bin, liegt auch im Innern eines Berges. Dort wird ein Notgrab erstellt und ich werde dort versteckt.

Missverstandene Unsterblichkeit

- Darf man nicht wissen, dass Sie gestorben sind?
- Nein. ... ich lebe trotzdem, aber im Komma. Es war ein kurzer Tod und dann bin ich wieder... Ich habe mich mit allem Willen, das ich noch hatte, im Körper zurückgehalten.
Ja... ich bin tot aber ich bin nicht wirklich gestorben... also... ich muss gestehen, dass ich eigentlich gar nicht weiss was das ist, sterben... Ich kann das nicht unterscheiden... ich habe immer geglaubt, dass ich unsterblich bin...
- Sind Sie einbalsamiert worden?
- Ja... ich kann meine Schönheit nicht verlassen... ich bin so schön gewesen... ich hatte wohl ein furchtbares Leben, aber ich war sehr schön...
- Was hat man mit Ihnen gemacht?
- Man hat „alles" (zählt alle Körperorgane auf) aus mir herausgenommen, man hat mich dann gesalbt und bandagiert... man hat immer gesagt, man müsse mich erhalten, irgendwie... das Erhalten ist einfach üblich gewesen... ich habe das nicht ganz verstanden... ich habe gedacht, dass wenn man mich „erhält", ich dann auch „weitergehen" kann... Es ist sonderbar... ich habe an die Weiterfahrt, von der mein Mann immer gesprochen hat, wortwörtlich geglaubt...
- Man hat Sie also für die Reise vorbereitet?
- Ja... aber man hat sich dann nicht mehr um mich gekümmert. Ich bin allein gewesen... ich bin hunderte von Jahren allein gewesen... die Leute, ja... die Leute, die mich einbalsamiert und die, die mich begraben haben, wurden nachher alle umgebracht, damit sie nicht verraten konnten wo ich bin... und dann eben... viele hundert Jahre später hat man mich in die andere, meine Grabstätte gebracht... aber ich hatte kein Zeitgefühl mehr... ich bin so, über viele Jahrhundert in der Zeit ‚gehangen‘.
(Könnte das Geheimhalten ihres Todes und die so viel später erfolgte Überführung der Mumie in das bereits für sie vorbestimmte Grab auf die Machenschaften der Priesterschaft hindeuten? Königin Nafer war bekannt für ihre Vorliebe nicht im Rampenlicht zu stehen. Es durfte einfach gewesen sein, sie „aus dem Schatten" regieren zu lassen.)

Vision von „aus dem Grab regieren"

Nafer hatte sich das ganze Leben mit dem Tod befasst. Sie hat ihren Mann als Sonnengott gesehen und sich selbst als „Schattengewächs" gefühlt. Durch das, dass sie sich so viel mit dem Tod befasst hatte glaubte sie fest daran, sie brauche selbst nicht mehr zu sterben und könne ewig weiterleben.
Nafers Ansichten über die Unsterblichkeit und die feste Überzeugung man könne sich durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Tode, die Erfahrung vom Sterben und Loslassen ersparen, lebte bis vor kurzem weiter in L.B., eine begabte, junge Künstlerin, die es bis jetzt bevorzugte „im Schatten" zu bleiben anstatt sich zu exponieren.
„Jetzt begreife ich, dass ich wohl Königin sein wollte, aber lieber eine tote Königin und nicht eine die lebt. Ich sah dabei keinen grossen Unterschied. Deshalb konnte ich auch nicht weggehen... ich war immer der Überzeugung tot zu sein sei besser, da könne mir nichts mehr passieren... ich sei aber trotzdem da.
Einbalsamieren war für mich das Erhalten von dem was ich war und deshalb konnte ich nicht gehen... als Mumie bin ich sehr lange erhalten geblieben."

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