European Centre for Past-Life Sciences

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Vom kirchlichem Exorzismus zur Reinkarnationstherapie

von Barbara Bachmann

Artikel erschienen in „Wendezeit" - Ausgabe März/April 2002 - Nr. 3/02

Wenn wir die Frage über was nach dem Tod geschieht aufwerfen, sehen wir uns mit einer jahrtausendalte Vielfalt von kirchlichen und Glaubenslehren, bzw. Hypothesen konfrontiert. Faszinierender Weise beinhalten sie schlussendlich immer fast identische Erkenntnisse, die im Laufe der Zeit lediglich dem Kultur- und Zeitgeist entsprechend angepasst worden sind.
Eine der Erscheinungen, die sich wie ein roter Faden durch alle Glaubenslehren durchzieht und der wir heute hier nachgehen wollen, ist das Phänomen der Besetzung eines Menschen durch eine körperlose Wesenheit.

Wir unterscheiden hier zwischen zwei Dimensionen und zwei Arten von Besetzung, je nachdem ob die besetzende Wesenheit sich zwischen zwei Existenzen befindet oder zu der spirituellen Ebene, die wir als die Andere Welt bezeichnen, angehört. In dieser höheren, bzw. anderen Ebene befinden sich die höchsten Lichtwesen, so wie auch die dunkelsten Gestalten. Die Wesen dieser Anderen Welt sind nicht der Evolution durch die Kette der Wiedergeburten unterworfen, scheinen aber auch sich in Evolution zu befinden.
Hier wird, in einer streng definierten Hierarchie, der ewige Kampf zwischen Licht und Dunkelheit ausgetragen, der sich wie wir wissen, nur allzu oft auf der Ebene der Materie verlagert und inkarnierte Wesenheiten in seinen Wirren mitreisst.

Im Zwischenreich befinden sich jene körperlosen Wesenheiten, die den Zyklen der Wiedergeburten unterworfen sind und aufgrund traumatischer oder überraschender Ereignisse das eigene Sterbeerlebnis der letzten Existenz ‚verpasst' haben. Sie sind tot, wissen es aber nicht. Verirrt zwischen zwei Existenzen, befinden sich die Wesen vorübergehend in einem unbewusst körperlosen Stadium. Später werden sie wieder für eine neue Existenz (für sie unbewusst) gezeugt und so in einem neuen Körper wiedergeboren werden. Ihr Dasein bleibt meistens unbemerkt, da sie keinen Schaden anrichten wollen und meistens nicht einmal wissen wo sie sich befinden und was geschehen ist. Desorientiert und verloren in einem Graubereich, suchen sie Schutz.

Wie Mistel auf den Bäumen

In der Praxis der Reinkarnationstherapie zeigt sich, dass wenn uns der Tod unbewusst oder unter traumatischen Umständen überraschend ereilt, wir zu schnell von eine in die andere Dimension wechseln. Wir können den Übergang nicht nachvollziehen und dies verursacht die Desorientierung und das zeitweise sonderliche Verhalten im Zwischenreich.

Wesenheiten, die den Übergang vom Leben in den Tod nicht bewusst wahrgenommen haben, behalten dieselben Verhaltensmuster und Persönlichkeitsstruktur wie zu Lebzeiten bei.
Die Einen verbleiben, ohne den Ebenenwechsel zu begreifen noch eine bestimmte Zeit im Körper weiter, verlassen diesen irgendwann, schweben eine Zeit umher und „schlüpfen" unbewusst in einer neuen (eigenen) Existenz. Mit dem unbewussten Todeserlebnis erzeugen sie Karma, das sich später symptomatisch bemerkbar machen wird, aber der Evolutionszyklus wird so, ohne Umwege fortgesetzt.

Andere Wesenheiten verweilen länger erdverbunden in der Umgebung in der sie gelebt haben. Sie ahnen dass Etwas, für sie unbegreifliches, geschehen sein muss. Es gelingt ihnen schwer oder überhaupt nicht, die neue Situation zu akzeptieren und hinzunehmen. Oft versuchen sie verbissen in Kontakt mit den lebenden Angehörigen oder Freunde zu treten. Ein Phänomen, das uns als Poltergeist bestens vertraut ist.
Die meisten Verstorbenen, im Bestreben das Leben fortzusetzen und angezogen von einer bestimmten Begebenheit oder Gefühlsenergie, suchen sich das Energiefeld einer inkarnierten Wesenheit aus, in dem sie sich einnisten können um so, unbemerkt am Leben des Wirtes teilzunehmen. So leben sie weiter und behalten dabei die eigene Persönlichkeit bei. Diese Art der Besetzung geschieht sowohl unbewusst, wie auch ganz bewusst und in manchen Fällen sogar mit kalter Berechnung. Die meisten „Fremdlinge" sind aber harmlos und bleiben unbemerkt. Irgendwann begreifen sie mit Hilfe anderer geistig führenden Wesen, was da wohl geschehen ist, verarbeiten das Trauma und setzen dann ihrerseits auch den Evolutionsweg fort. So still und unbemerkt sie gekommen sind, gehen sie auch wieder.

Verstorbene behalten, wie bereits festgestellt, die gleiche Persönlichkeit, die sie zu Lebzeiten hatten bei. Nicht besser und nicht schlechter, mit ihren Stärken und ihren Schwächen, mit ihren Ängsten und ihr Gehabe. Und so kommt es, dass manch ein „unfreiwilliger Wirt" sich zwischendurch so völlig „daneben" benimmt, ohne selbst zu begreifen was wohl mit ihm geschieht. Oft können aber Besetzungen auch schwerwiegende Folgen haben. Hier ein Beispiel aus der Praxis:

Ein liebestoller irischer Schafhirt

1798 wurde Walther in Irland geboren. Sein Leben verbrachte er einsam als Schafhirt. Blieb bis zu seinem Tod alleine, da die einzige Frau, mir der er versucht hatte eine Liebesbeziehung „anzubändeln" sich so wenig kooperativ verhielt, dass er sie mitsamt der Pritsche umwarf. Er war höchst verärgert: „Wenn man schon eine hat, funktioniert es nicht!" Er hatte sich mehr darunter vorgestellt und so spielte fortan, während den langen Tagen in denen er auf seine Schafe aufpasste, alle Varianten der Kunst eine Frau zu verführen in Gedanken durch.

Mit 52 Jahren, 1850, verlor er während eines Gewitters all seine Schafe. Viele davon, auch der Hund, fielen über die Klippen. Ein Blitz fiel in der Nähe. Er erschrak und rutschte unglücklich auf einem nassen Stein aus. Walther stürzte und brach sich dabei den Schädel. Er verblutete an Ort und Stelle und wusste überhaupt nicht was mit ihm geschehen war.

Im Sommer 1995 nistete sich Walther in Werner* ein. Werner war ein gutaussehender, charmanter Geschäftsmann in den Dreissigern, der offensichtlich auf Erfolg programmiert war. Während einer temperamentvollen, seitens seiner damaligen Freundin, handfesten Auseinandersetzung, warf ihm diese wütend einen gläsernen Briefbeschwerer an den Kopf. Werner blieb einige Augenblicke stark benommen.
Das war das Walther‘s Stichwort.
Angezogen von einem unbestimmten, aber vertrauten Gefühl, schlüpfte Walther in Werners Körper hinein und machte es sich dort breit. Wo oder bei wem er sich all die Jahre davor aufgehalten hatte, konnte oder wollte er nicht verraten.

„Don Juan" spekuliert auf Baisse

Werner's Leben änderte sich im Laufe der sechs Jahre, in denen Walther „bei ihm" war, auf frappanter Weise. Der sonst besonnene, erfolgsreiche Kaufmann verfiel plötzlich dem trügerischen Bild des schnellen Geldes zum Opfer. In einer Zeit, in der die Börse sich in einem nie dagewesenen Höhenflug befand, spekulierte Werner auf Baisse. Aller Vernunft zum Trotz blieb er dabei bis er ganz ruiniert war und sich sogar verschuldete. Träge vernachlässigte er seine Arbeit und langsam kam er in seiner Firma auf dem Abstellgleis.
Aber als „Don Juan" feierte Werner unentwegt Triumphe. Frauen dominierten sein Denken und Handeln, war aber nicht mehr in der Lage eine dauerhafte Beziehung aufzubauen. Der Reiz der Eroberung stand verlockend im Vordergrund. Laufend sah er sich in verzwickten Situationen um die schnell eingegangenen Beziehungen kurzfristig wieder aufzulösen. Die nächste junge Frau wartete ja bereits.

Träume von Sex verwirklicht

Walther befand sich in seinem Element. Als ihm beim Channeln der Schaden, den er da angerichtet hatte bewusst wurde, bereute er es sehr. Das hätte er nicht gewollt.
Nachdem Werner ihn verziehen hatte, liess er sich dankbar von seinem Höheren Selbst ins Licht führen. Allerdings nicht ohne eine Träne des Bedauern ein, für ihm so wunderbares ‚Leben' hinter sich lassen zu müssen.
Werner hat seitdem sein Leben wieder im Griff bekommen.

Walther's Fall gehört zu den krassen Einflüssen anderer Wesenheiten dieser Kategorie, die nicht nur Verhaltensmuster, sondern auch Ängste und Phobien ihren Wirten übertragen.
So in zwei voneinander unabhängigen Fällen, in denen zwei junge, gesunde Frauen beim Gedanken einer zweiten Schwangerschaft in panischen Ängsten verfielen. Sie weigerten sich ein zweites Kind zu bekommen, obwohl es bei der ersten Geburt alles in Ordnung verlaufen war. Von Sex wollten beide sowieso überhaupt nichts mehr wissen.

London - Liverpool, I. Klasse

London, Mitte des XIX Jahrhunderts. Abigail war im achten Monat schwanger. Ihr Mann war kürzlich nach Liverpool versetzt worden, für die Geburt des Kindes wollte sie zu ihm fahren. Die Eisenbahnlinie London - Liverpool war gerade eröffnet worden und Abigail stellte sich eine bequeme Reise vor.
Aus irgendeinem Grund, trat sie die Reise alleine an. Ihre Zofe sollte nachkommen. Die hölzernen und harten Bänke, mit den senkrechten hohen Rückenlehnen im Eisenbahnabteil waren nicht so bequem wie sie erwartet hatte. Ihr weiter Rock mit den zwei Unterröcken behinderte sie auf dem eher engen Sitz.
Der Abteil war voller Männer, die nur verstohlen einen Blick auf die hübsche, hochschwangere Frau riskierten. Abigail war die einzige Frau im Wagen.
Nach einigen Stunden holpriger Fahrt spürte Abigail die ersten Wehen. Die Erschütterungen auf der harten hölzernen Bank hatten eine Frühgeburt provoziert und diese Erkenntnis liess sie innerlich erstarren. Panik überfiel sie. Sie dürfte sich nichts anmerken lassen.
Die Tragödie nahm ihren Lauf. Eng verschnürt in ihrem Kleid verkrampfte sich Abigail um das Kind zurückzuhalten. Einige der Herren im Abteil merkten, was da vor sich ging, aber keiner half.
Abigail‘s Herz blieb stehen. Ihr Kind nahm sie mit, es war einfach erstickt. Das letzte Bild, das Abigail vor Augen hatte, waren lauter, sie sonderbar anstarrende Männer.

Schleiertanz und Blut

Die Harem's Frau weigerte sich uns ihren Namen zu nennen. Sie war bereits im Harem geboren und hatte nie etwas anderes als Mauern und Himmel gesehen. Sie war eine Schönheit und erweckte ungewollt Neid bei den anderen Frauen.
Sie hasste es, von Männern „besessen" zu werden. Sie wollte absolut keinen Sex.
Als sie merkte, dass sie schwanger war, freute sie sich. Sie werde bald ein Kind haben und es grossziehen. Das war für sie eine wunderbare Schicksalswendung. Die glückliche Harem's Frau vertraute ihr Geheimnis einer anderen an. Einer, die sie für eine Freundin hielt.
Alles was die Harem's Frau noch zu berichten wusste war, dass nach einer Tanzdarbietung, sie von hinten brutal erstochen worden war. Ihr letzter Gedanke war, „das geschieht nur, weil ich das Kind bekomme..." Die Frage nach der dahintersteckenden Intrige, blieb nicht richtig beantwortet. Es hatte aber zweifelsohne mit der zukünftigen Stellung des Kindes zu tun.

Ann* kam vor sechs und Katia* vor vier Jahren in meine Praxis. Beide Frauen zeigten verblüffend ähnliche Symptome. Beide hatten sich nach der ersten Geburt ihren respektiven Ehemännern total verweigert. Wenn sie von ihnen berührt wurden, zuckten sie zusammen und waren stark verärgert. Ann sogar aggressiv. Beide Ehen drohten wegen diesen unerklärlichen Reaktionen und abweisendes Verhalten auseinander zu gehen.

Abigail hatte sich in Katia eingenistet, als sie im Wochenbett, nach ihrer ersten Geburt lag. Es liess sich nicht klar herausfinden ob es während der depressive Stimmung nach der Entbindung oder während Geburt selbst, Analogie der Geburtswehen, geschah.
Die Harem's Frau liess sich vom roten Licht oberhalb der Tür zum Gebährsaal bei Ann's erster Entbindung locken. Ihre Geschichte dürfte sich sehr, sehr weit in der Vergangenheit ereignet haben. Sie war etwas barsch und wollte ihre Geheimnisse nicht preisgeben.

Happy End

In beiden Fällen waren Mutter und Kind (von damals) überglücklich wieder vereint zu sein. Bei der Führung wurden die ungeborenen Kinder von damals auch angesprochen und gemeinsam mit ihren Müttern von ihrem Höheren Selbst ins Licht geführt.

Sofort nach den Sitzungen lösten sich die ungewöhnlichen Verhaltensmuster sowohl bei Ann, wie auch bei Katia auf. Beide Ehen normalisierten sich.
Heute ist Ann's zweiter Junge fünf Jahre alt und Katia's kleines Mädchen, die heute drei Jahre zählt, „meldete" sich bereits zwei Monate nach dem Clearing an.

*Namen geändert

 

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